PKK Beginnt Mit Waffenabgabe Im Friedensprozess Mit Türkei
Im Rahmen eines angestrebten Friedensprozesses mit der Türkei hat die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK begonnen, einen Teil ihrer Waffen niederzulegen. Türkische Medien berichteten, dass 30 PKK-Kämpfer:innen beim Verbrennen ihrer Kalaschnikows in der Nähe der Stadt Sulaymaniyah in der Autonomen Region Kurdistan im Irak abgebildet wurden. Diese erste Waffenabgabe wird als symbolischer Schritt angesehen, und es sind weitere Waffenabgaben geplant.
Die PKK hatte im Mai ihre Auflösung angekündigt und damit einem Aufruf ihres inhaftierten Führers Abdullah Öcalan gefolgt. Schätzungen zufolge hat die PKK mehrere Tausend Kämpfer:innen. Die türkische Regierung erwartet, dass bis Ende des Jahres alle Kämpfer:innen ihre Waffen abgeben werden. Berichten zufolge soll der Prozess von der türkischen und der irakischen Regierung sowie der kurdischen Regionalregierung im Nordirak überwacht werden.
Das Hauptquartier der PKK befindet sich in den nordirakischen Kandil-Bergen. Die Organisation wurde 1978 von Abdullah Öcalan gegründet, hauptsächlich als Reaktion auf die politische, soziale und kulturelle Unterdrückung der Kurd:innen in der Türkei. Seit den 1980er Jahren kämpfte sie mit Waffengewalt für einen kurdischen Staat oder ein Autonomiegebiet im Südosten der Türkei. In diesem Konflikt sind Zehntausende Menschen ums Leben gekommen. Öcalan, der mittlerweile 76 Jahre alt ist, sitzt seit 1999 in Haft auf der Gefängnisinsel İmralı, die zwischen den Städten Istanbul und Bursa liegt.
Dieser Schritt wird als der bedeutendste Meilenstein im kurdisch-türkischen Friedensprozess angesehen. Ob dieser Prozess jedoch tatsächlich zu einem politischen Neuanfang führen kann, bleibt unklar. Das Misstrauen der Kurd:innen gegenüber der türkischen Regierung ist groß. Zudem gilt die PKK als in mehrere Gruppierungen zersplittert. Obwohl Abdullah Öcalan bis heute als Autorität innerhalb der PKK anerkannt wird, wird bezweifelt, dass alle Kämpfer:innen bereit sind, den bewaffneten Kampf aufzugeben.
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